Der Spruch „Wer nicht fragt, bleibt dumm“ aus der Sesamstrasse gilt vor allem auch im Berufsleben bzw. in Bewerbungsphasen. Sich zu informieren ist heutzutage vermeintlich keine Herausforderung mehr: Browser öffnen und das World Wide Web befragen. Vor allem vor Bewerbungsgesprächen ist eine gründliche Recherche das A&O. Das beweist folgende Erfahrung, bei der die Gründlichkeit zwar auf der Strecke bleiben musste, das Prinzip «Wer richtig fragt, gewinnt» oder in diesem Fall „Wer richtig recherchiert, gewinnt“ jedoch funktionierte:

„Normalerweise würde ich behaupten, Geduld wäre die bedeutendste Kompetenz im Bewerbungsprozess. Weit gefehlt – zumindest dieses Mal. Am Tag vor meiner dreiwöchigen Auszeit klingelt das Telefon – wenige Tage, nachdem ich die Bewerbung gesendet hatte. Eine nette Stimme teilt mir mit, dass sie mich gerne nächste Woche zum Bewerbungsgespräch einladen würde. Ich traue mich fast nicht zu sagen, dass ich morgen für drei Wochen auf eine einsame Insel fliege, habe jedoch keine andere Wahl. Die freundliche Dame will mich unbedingt persönlich sehen, Skype ist keine Option. Ich hatte meine Koffer noch nie so schnell gepackt und reiste mit schwerem Gepäck durch die halbe Schweiz zum Vorstellungsgespräch. Mir blieb genau eine Stunde Zugfahrt, um mich vorzubereiten. Ich musste mich auf das Wichtigste fokussieren und entschied mich, die Homepage des Unternehmens zu studieren und mich auf Publikationen jener Personen zu konzentrieren, die mich in wenigen Minuten willkommen heissen würden. Das war die beste Entscheidung, die ich treffen konnte. Ich hatte den entscheidenden Vorteil, jene Themen zu kennen, die meine Gesprächspartner als wichtig einstufen. Und genau auf diese Themen lenkte ich das Gespräch, so oft es ging. Auch in der Präsentationsaufgabe verpackte ich jene Wörter, die während der Zugfahrt wild durch meinen Kopf rasselten. Zwei Stunden später sank ich total erschöpft in den Flugzeugsitz. Ein gutes Gefühl begleitete mich in die Lüfte und bald stellte sich heraus, dass sich die spontane „Reise vor der Reise“ gelohnt hatte…“

Informationsquellen zur Vorbereitung auf Bewerbungsgespräche

In den meisten Fällen bleibt genug Zeit, um sich gewissenhaft vorzubereiten und zu recherchieren. Neben den Informationen auf Homepage oder Publikationen, wie oben beschrieben, kommt auch sozialen Netzwerken immer grössere Bedeutung zu. Bewirtschaftet das Unternehmen einen Facebook-,Twitter-,Instagram- oder Pinterest-Account, können dort wichtige Informationen gewonnen werden:

  • Wie kommuniziert das Unternehmen?
  • Welche Kanäle wählt das Unternehmen, um mit welchen Zielgruppen zu kommunizieren oder gar zu interagieren?
  • Mit welchen Themen setzt sich das Unternehmen auseinander?
  • Welche Werte werden online vermittelt?

Die Vernetzungen auf den Businessnetzwerken LinkedIn oder Xing ermöglichen zusätzliche Vorteile. Hand aufs Herz: Wie viele Kontakte haben Sie, die Sie gar nicht persönlich kennen? Diese Vielfalt an Kontakten könnte zum entscheidenden Vorteil werden.

  • Habe ich jemanden im Netzwerk, der/die Kontakte zum Unternehmen hat, bei dem ich mich bewerben möchte?
  • Kennt ein Kontakt ggf. jemanden, der Auskunft geben kann?

Um Hilfe zu bitten, ist für viele nicht einfach. Trotzdem lohnt es sich, über seinen Schatten zu springen und nachzufragen. Diese Netzwerke sind auf berufliche Interessen ausgerichtet, ganz transparent. Es ist absolut in Ordnung, andere Menschen anzufragen, auch wenn man diese vielleicht noch nie persönlich gesehen hat. Wer sich in Online-Businessnetzwerken bewegt, muss anfangen, umzudenken. Hier gelten andere Regeln. Menschen bewegen sich dort, um sich berufliche Vorteile zu verschaffen.

Unter Zeitdruck „richtig agieren“

Unter Zeitdruck die richtigen Informationsquellen zu wählen, ist eine Kunst. Wer täglich übt, bei Google-Suchen mit richtig formulierten Anfragen möglichst treffende Resultate zu erwirken, anstatt hunderte Treffer zu durchsuchen, entwickelt zielführende Suchstrategien und spart Zeit. Bei der Suche “Wer richtig fragt, gewinnt immer” spuckt Google einen lesenswerten Beitrag an dritter Stelle aus: Gute Rückfragen im Bewerbungsgespräch.

Es ist uns immer wieder eine Freude, Sie rund um die Themen Bewerbungen sowie berufliche wie auch private Veränderungsprozesse informieren zu können.

Haben Sie noch Fragen? www.assessment-training.ch/kontakt

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